FILIALE

Alicia Viebrock
Of Loners and Charmeurs
Sep 2—Oct 14 2017
Opening Sep 2, 12 am

Alicia Viebrock zeigt mit „Of Loners and Charmeurs“ Bilder in Bewegung. In Tusche materialisierte Striche, Flüsse und Flächen lassen ab und an konkrete Formen durchblitzen, die jedoch nie als Memento Mori greifbar werden. Es wirkt, als wäre die Farbe losgelassen, was jedoch ein Trugschluss ist.

Alicia Viebrock malt schnell, lässt sich jedoch davor lange auf die weiße Leinwand ein. So kreiert sie nicht allein durch ihren Strich räumliche Ebenen. Sie verdichtet die Tusche mit Malmittel zu viskosen Massen, die sich mal seidenmatt mal hochglänzend auf der Leinwand treffen und so eine Bildtiefe entstehen lassen. Die Leinwände sind nicht immer grundiert und reagieren auf die Spannkraft der Farbe, indem sie sich punktuell zusammenziehen. Tritt man ganz nah heran, lösen sich die Bilder nicht etwa auf, sondern offenbaren wiederum neue Farbformationen, in denen sich Partikel verwirbeln, Oberflächen mürbe werden und aufbrechen. Alicia Viebrocks Motive wurzeln in der Natur. Hier steht jedoch nicht die Schönheit des Floralen im Vordergrund, sondern dessen Ambivalenz. Skaliert auf übernatürliche Größe winden sich pflanzenähnliche Strukturen gegen die süßliche Bürde der Symbolik, die auf ihnen ruht.

Alicia Viebrock studierte bis 2017 als Meisterschülerin von Herbert Brandl an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu ihren Einflüssen zählt sie unter anderem Cy Twombly, den sie für seinen dominanten Strich und Karl Otto Goetz, den sie aufgrund der Dynamik seiner Bilder schätzt.

Marina Rüdiger